In den meisten Fällen verlaufen die durch Viren dieses Stammes verursachten Erkrankungen symptomfrei und sind behandelbar. Beispiele hierfür sind Warzen (die die Haut an Händen, Füßen oder im Gesicht befallen), Kondylome und Papillome, die die Schleimhäute im Genital- und Mundbereich befallen.
In der Regel klingen diese Läsionen von selbst ab. In anderen Fällen entwickeln sie sich jedoch zu schwerwiegenderen Formen weiter und führen zur Entstehung von Tumoren.
Die Viren, die den Genitalbereich befallen, sind dieselben, die auch die Mundschleimhaut befallen. Gebärmutterhalskrebs wird beispielsweise durch bestimmte HPV-Typen verursacht.
Das wichtigste Anzeichen für eine Virusinfektion im Mund sind Kondylome, wobei jedoch zu beachten ist, dass nicht alle Warzen im Mundraum durch das HPV verursacht werden.
Was ist ein Mundpapillom?
Das Papillomavirus (HPV) ist eine der bekanntesten und häufigsten Viruserkrankungen in der Bevölkerung. In den meisten Fällen verläuft die Infektion zumindest im Frühstadium symptomfrei.
Die meisten Menschen verbinden das HPV-Virus mit Genitalwarzen, dem häufigsten Symptom des Virus, oder mit Gebärmutterhalskrebs, der schwerwiegendsten Erkrankung, die dadurch verursacht werden kann. Allerdings weiß nicht jeder, dass es auch andere Formen des Papillomavirus gibt, die zwar seltener, aber nicht weniger problematisch sind, wie beispielsweise das orale Papillomavirus.
Aus ätiologischer Sicht gibt es keinen wirklichen Unterschied zwischen dem Papillomavirus, das Genitalwarzen verursachen kann, und der oralen Form. Es handelt sich um dasselbe Virus; der Unterschied liegt lediglich in der Lokalisation der Läsionen, nicht so sehr in ihrer Art.
Ursachen des Papillomavirus (HPV)
In den meisten Fällen blockiert das Immunsystem im Mund, das besonders wachsam ist, da esständig mit Bakterien und Viren aus der Außenweltkonfrontiert ist, diese, ohne dass es zu einer Infektion kommt.
Bei besonders hoher Viruslast oder sehr engem Kontakt sowie bei bereits vorhandenen Abschürfungen oder Schnitten überlebt das Virus jedoch und beginnt, sich in den Zellen zu vermehren, was zu folgenden Symptomen im Mund oder Rachen führt:
- Anhaltende Halsschmerzen.
- Ohrenschmerzen (da der Rachen mit dem Mittelohr verbunden ist).
- Schmerzen beim Schlucken.
- Entstehung von Mundgeschwüren.
Die Vermehrung des Virus findet in den Schleimhäuten statt, wo sich häufig schmerzhafte Geschwüre bilden, die oft zu einer Abschürfung der Warzen führen.
Mundwarzen sehen genauso aus wie Genitalwarzen, sind jedoch im Gegensatz zu diesen ständiger, reizender Reibung durch Speichel und Nahrung ausgesetzt.
In den schwersten Fällen, in denen die Symptome auf onkogene HPV-Stämme zurückzuführen sein können, die für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, kann sich auch eine Tumorerkrankung im Rachenraum entwickeln, deren Behandlung recht komplex ist.
Auch wenn dies selten vorkommt, handelt es sich um eine mögliche Folge einer Infektion mit dem oralen Papillomavirus.
Das orale Papillomavirus kommt nicht so häufig vor wie das genitale Papillomavirus, vor allem weil das Immunsystem im Mundbereich leistungsfähiger ist.
Und genau auf der Stärkung des Immunsystems basiert die Behandlung und Vorbeugung von Mundpapillomen: Je leistungsfähiger und wirksamer das Immunsystem ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion.
Das Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle, sowohl um eine Infektion zu verhindern als auch um sie bestmöglich zu bekämpfen und so die schlimmsten Folgen einer HPV-Infektion im Mund- und Rachenraum zu vermeiden.
Wichtigste Symptome
Das Virus gelangt auf oralem Weg in den Körper und kann sich, sofern die Viruslast hoch genug ist, in den Epithelzellen der Mundschleimhaut vermehren. Theoretisch kann sich das Virus an verschiedenen Stellen der Mundhöhle ansiedeln, wird jedoch am häufigsten im Rachenraum nachgewiesen.
Die Symptome sind unspezifisch, was dazu beiträgt, dass die Diagnose erst gestellt wird, wenn die Infektion bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Es können Halsschmerzen, Ohrenschmerzen (aufgrund der direkten Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr über die Eustachischen Röhren), Schluckbeschwerden, manchmal Heiserkeit oder in jedem Fall Sprachschwierigkeiten sowie möglicherweise sogar Geschwüre sowohl in der Mundhöhle als auch im Rachen auftreten.
Die Läsionen sind in der Regel epitheliale Veränderungen und zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr schmerzhaft sind, da sie Geschwüre verursachen, die nicht heilen – auch aufgrund des ständigen Durchgangs von Nahrung.
Schmerzen und schwer heilbare Verletzungen sind die schwerwiegendsten Folgen, die das Virus nach sich ziehen kann. In seltenen Fällen kann sich eine Geschwulst im Rachenraum entwickeln.
Behandlung von Mundpapillomen
Das orale Papillom ist eine gestielte und meist einzeln auftretende Läsion mit kleinen, unregelmäßigen, fingerartigen Auswüchsen, die ihr das typische blumenkohlartige Aussehen verleihen.
Sie sind rosa oder weiß und zwischen wenigen Millimetern und 1–2 Zentimetern groß; am häufigsten treten sie am weichen Gaumen und auf der Zunge auf.
Kondylome hingegen treten als einzelne oder multiple, sitzende oder gestielte Wucherungen mit glatter oder spitzer Oberfläche auf. Sie treten am häufigsten im hinteren Teil des Mund-Rachen-Raums auf, und zwar am Zungenrücken, am weichen Gaumen oder am Zungenbändchen.
In beiden Fällen handelt es sich um Läsionen, die durch eine HPV-Infektion verursacht werden; dasselbe Virus ist auch für Genitalwarzen und Fußsohlenwarzen verantwortlich. Warzen und Papillome auf der Zunge oder am Gaumen treten selten als multiple Läsionen auf; in solchen Fällen stehen sie im Zusammenhang mit schweren Immunschwächen.
Die durch das Papillomavirus verursachten Läsionen sind an sich nicht gefährlich, doch können einige HPV-Varianten zu Karzinomen führen. Aus diesem Grund sollten sie stets untersucht und per Laser entfernt werden.
Diese minimalinvasive Operationsmethode ist schnell und schmerzfrei und kann unter örtlicher Betäubung und ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt werden. Der Laser ist mittlerweile die Behandlung der Wahl für die meisten HNO-Erkrankungen.
Prävention
Die Infektion wird hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr übertragen und zählt daher zu den am weitesten verbreiteten sexuell übertragbaren Krankheiten.
Die Übertragung kann jedoch auch durch einfachen Körperkontakt erfolgen, sofern aktive Viruszellen sowie Abschürfungen, Schnitte oder Risse an der Haut und/oder den Schleimhäuten vorhanden sind.
Theoretisch wären auch andere Ansteckungswege möglich, beispielsweise wenn ungewaschene Hände die Genitalien berühren und anschließend in den Mund geführt werden, doch in der Praxis sind solche Fälle noch seltener, da Speichel eine desinfizierende Wirkung hat, die die Aktivität des Virus von vornherein unterbindet. Damit sich Läsionen im Mund entwickeln, sind eine hohe Viruslast und ein recht enger Kontakt zwischen den beiden Schleimhäuten erforderlich.
Wie so oft sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem am anfälligsten für Infektionen.
In selteneren Fällen kann eine HPV-Infektion durch den Kontakt mit Gegenständen oder Oberflächen verursacht werden , die zuvor von infizierten Personen benutzt wurden.
Um Infektionen mit dem Papillomavirus vorzubeugen, sollten einige einfache Hygieneregeln beachtet werden:
- Zunächst einmal sollte man in öffentlichen Bereichen wie Schwimmbädern und Umkleideräumen darauf achten, die Füße trocken und sauber zu halten und Badeschuhe zu tragen.
- Um zu verhindern, dass sich die Warzen von den Händen auf den Mund ausbreiten, ist es außerdem wichtig, nicht an den Fingernägeln zu kauen.
- Schließlich ist es sehr wichtig, auf die persönliche Hygiene zu achten und regelmäßig zum Zahnarzt zur Kontrolluntersuchung zu gehen.
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